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Les vacances en camping en France
Cap d'Agde la Montagne

August. Kein Urlaub geplant. Last Minute Angebote unattraktiv. Also campen! Italien verregnet, Kroatien Dauergewitter. Also Frankreich! Und das geht besser als gedacht.

An die südfranzösisches Mittelmeerküste fährt man von Süddeutschland aus laut Routenplaner mindestens 8 Stunden, bis kurz vor der spanischen Grenze weniger als 10. Real waren's knapp 12 Stunden (mit Pausen). Was ich (und der Routenplaner) unterschätzt hatte, war wie gebirgig die Region zwischen Mont Blanc, Alpen und Zentralmassiv ist.

Manche Campingplätze kann man inzwischen per Internet verbindlich buchen. Das erspart die Sucherei vor Ort, hat aber auch den Nachteil, dass man in der Hauptsaison nur die Slots bekommt, die noch frei sind. Wir mussten zwei mal umziehen. (Und die Buchungsbedingungen sind, zumindest in der Übersetzung, unklar.)

Zeltplatz

Der ganze Spaß kostet:

  • 100 Liter schweizer Sprit á CHF 1.70 (überall)
  • 90 Liter französischer Sprit á EUR 1.22 (supermarché) bis EUR 1.42 (autoroute)
  • schweizer Maut: CHF 40 (pro Jahr)
  • französische Maut: EUR 80 (streckenabhängig)
  • Campingplatz der besten Kategorie in der Hauptsaison: EUR 44 (pro Nacht)

Dazu kommen dann noch 2000 km (plus Ausflüge und unfreiwillige Umwege) auf dem Tacho eines Camping-geeigneten Fahrzeugs, Ausrüstung und Nebenkosten. Trotz allem für zwei Personen billiger als eine vergleichbare Pauschalreise (Hauptsaison, direkt am Sandstrand, spontan). Für vier Personen im selbem Fahrzeug auf einem Platz wär's unschlagbar. (Allerdings würden dann der Rotwein- und Bierverbrauch steigen.)

Obwohl man reservierbare Campingplätze im Internet findet und die anderen meist lokal ausgeschildert sind, haben wir uns den ADAC Führer gekauft. Mehr als eine lange Liste mit sehr vielen Plätzen, deren Ausstattung und Lage, bietet der aber auch nicht. Es ist nicht transparent, was ein Betreiber leisten muss, um eine gute Bewertung zu erhalten; die wenigen angeführten Beispiele wirken willkürlich bis sinnlos. (Benutzen Männlein und Weiblein denselben Eingang um zur Einzelduschkabine zu gelangen führt das zur Abwertung.) Man hat letztlich doch nur die Wahl einen Platz mit möglichst vielen Sternen zu wählen, um auf Nummer sicher zu gehen, oder einen beliebigen in der Hoffnung, die Erwähnung allein schließe das Schlimmste aus. Auch die viele Werbung im 20 EUR teuren "unabhängigen" Guide verwirrt, zum Beispiel die Tatsache, dass gerade die "Super-Plätze" (höchste ADAC-Auszeichnung) spezielle Promotion-Angebote inserieren. Anfahrtsbeschreibung und Karte sind gerade so gut, dass man den Hauch einer Chance hat, den Platz zu finden.

Das Mittelmeer bietet sowohl Klippen und hohe Wellen als auch ausgedehnte Sandstrände und Dünen (letzteres ist für mich typisch französisch).

GPL-Tankstelle

Frankreich ist übrigens auch ein sehr open source freundliches Land, überall gibt's GPL. Und die Sprache ist nur halb so schlimm wie in der Schule; hätten die nicht so eine undeutliche Aussprache, könnte man sich fast verständigen.

Zu Letzt muss ich noch die südländischen Autofahrer von dem von sämtlichen Reiseführern gut gepflegt Negativ-Image freisprechen. Weder letztes Jahr in Italien (inklusive dem berüchtigten Mailand) noch diese Jahr in Frankreich (nahe dem berüchtigten Marseille) ist mir etwas Schlimmes aufgefallen. OK, man bremst nicht für Fußgänger, auch nicht am Zebra-Streifen. Aber davon abgesehen, sind deutsche Autofahrer unfreundlicher, unverschämter und gefährlicher. Auch die Höchstgeschwindigkeit wirkt Wunder. Praktisch alle Fahrzeuge fahren konstant knapp 130 km/h, nicht einer 200 und alle anderen 80 wie bei uns.